Rollenspiele - Interaktives Kopfkino
Eigentlich steckt hinter einem Rollenspiel (Storytelling
Game, Roleplaying Game oder kurz RPG) ein ganz einfaches
Spielprinzip. Es basiert auf dem uralten Brauch des Geschichtenerzählens.
Wer hat sich nicht beim Lesen eines Buches oder beim Ansehen
eines Filmes schon einmal gedacht: "Dieses Abenteuer
wäre ich ganz anders angegangen..."
In einem Rollenspiel habt ihr genau diese Möglichkeit,
indem ihr in die Rolle eines der Hauptprotagonisten einer
Geschichte schlüpft. Diese Geschichte spielt sich, wie
eine Art imaginärer Kinofilm, in den Köpfen der
Spieler ab. Als Regisseur, Kameramann und Darsteller sämtlicher
Nebenrollen in einer Person fungiert der Spielleiter. Er schlüpft
in die Rolle des Erzählers, beschreibt die Örtlichkeiten
und Situationen, plant Gefahren und Spielziel. Die Spieler
können in der Geschichte selbständig Entscheidungen
treffen und dadurch das Schicksal ihrer Charaktere möglicherweise
zum Guten zu wenden.
Und damit das Ganze noch ein bisschen spannender wird, kommt
da noch das Zufallselement mit ins Spiel. Die Spielregeln
ermöglichen es in kritischen Situationen die Würfel
über das Gelingen oder Scheitern der Vorhaben der Spieler
entscheiden zu lassen, wobei die besonderen Stärken und
Schwächen der vom jeweiligen Spieler verkörperten
Figur die Erfolgschancen positiv oder negativ beeinflussen.
Spielregeln, Spielideen und Beschreibungen der Welten, in
denen die Spielrunde ihre Abenteuer zu bestehen versucht,
werden in den verschiedensten Regelbüchern (meistens
wunderschön illustriert) festgehalten.
Liverollenspiele - Fantasie wird wirklich
Beim Liverollenspielen (Live Action Roleplaying oder kurz
LARP) vermischen sich Fantasie und Realität, wenn
die Spieler in die Haut Ihrer Spielfiguren schlüpfen.
Mit Kostümen, Schminke, Masken und Requisiten ausgestattet
wandeln sie durch die vom Spielleiter vorbereiteten Kulissen.
Dort treffen die Spieler auf jede Menge sogenannte Nichtspielercharaktere
(kurz NSCs), das sind vom Spielleiter Eingeweihte, die den
Spielern die Möglichkeit zur Interaktion bieten und zum
Teil wichtige Schlüsselfiguren der Handlung verkörpern.
Während beim konventionellen Tischrollenspiel, die Geschichte
in der Fantasie der Beteiligten abläuft, wird also beim
Liverollenspiel - ein bisschen wie auf einer Stehgreifbühne
- alles von den Mitspielern auch körperlich dargestellt.
Daher sind hier umfangreiche illustrierte Regelwerke weniger
wichtig als stimmige Dekoration, authentische Kostümierung
und passende Requisiten. Diese werden entweder selbst gebastelt
oder im einschlägigen Fachhandel erworben.
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